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Die Lebenshilfe ist bundesweit ein bedeutender Träger der Behindertenhilfe.
1960 entstand aus einer Elterninitiative heraus, die Berliner Lebenshilfe. Deren Ziel war es, die Hilfen für ihre Kinder besser zu organisieren und für mehr Förderung und Akzeptanz für und gegenüber geistig behinderten Mitbürgern zu werben.
Sie arbeitet konfessionell und weltanschaulich ungebunden.
Im Laufe der Zeit wuchs und professionalisierte sich die Lebenshilfe immer weiter, ohne ihre Grundbestimmung aus dem Auge zu verlieren.
Heute sind wir ein Träger mit über 1000 Mitarbeitern der sich bemüht, Menschen in eigenen Wohnstätten, Kitas, Wgs und Wohnungen eine ihnen entsprechende Unterstützung anzubieten.
Wir bieten Elternberatung, Ferienbetreuungen, Fördergruppen und setzen uns politisch für die Rechte und Förderung der Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft ein.
Diese differenzierten Wohn- und Unterstützungsangebote dienen dazu, ein Maximum an Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Die Werkstatt existiert seit 1994.
Zur Zeit aktive Mitglieder: Herbert Meyer, Hildegard Wittur, Benjamin Titze, Mario Herschel, Wolfgang und Heidi Fassott, Harald Krainer, Angelika Bartelt, Lutz Marx.
Sie entstand aus einer Initiative der Mitarbeiter des  Betreuten Einzelwohnens der Lebenshilfe Berlin  und ist seitdem immer Teil der Gruppenaktivität diesesTeams. 
Kunstpädagogisch und künstlerisch tätige Mitarbeiter bieten unseren Klienten ein Forum sich auszuprobieren, Neues zu wagen und ihr Interesse und Spaß an der Kunst zu vertiefen. Die Auseinandersetzung mit Formen und Farben und die Loslösung vom Abbildhaften hin zum Wesenhaften stehen dabei im Vordergrund.
Wir beraten bei der Bildkonzeption, Farbwahl, geben Themen vor, erarbeiten Techniken bzw. brechen sie auf ein umsetzbares Niveau und unterstützen, je nach Naturell des einzelnen.Wir sind,  Dilettanten, im reinsten  und wahrhaftigsten Sinn des Wortes. Und dies findet sich in den Werken wieder: Ein direkter, impulsiver Zugang zu Farbe und Form. 
Wir haben schon einige Ausstellungen bestritten, refinanzieren uns weitestgehend selbst und bieten  Workshops an. Wir besuchen Ausstellungen und arbeiten mit mehreren Museen (u.a. Deutsches Historisches Museum, Filmmuseum, Berlinische Galerie, NGbK) zusammen um die Vermittlung von Kultur, der Inhalte und die Wahrnehmung der Bedarfe der Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu verbessern.


Unsere Klienten gelten als Lernbehindert. Dieser Oberbegriff erweist sich schnell als völlig ungeeignet um  ihre Persönlichkeiten zu beschreiben, zu individuell sind ihre Fähigkeiten, Defizite, Erkrankungen, Werdegänge und Strategien mit dem Leben umzugehen. 
Sie wohnen in ihren eigenen Wohnungen, gehen arbeiten und leben ihr Leben so selbstständig wie möglich. Sie werden von uns  je nach ihren individuellen Bedarf im Alltag und in verschiedensten Lebenslagen  unterstützt. 

Die Leitgedanken dabei lauten: 

Inklusion und Sozialraumorientierung

 Zusammen bilden Sie die Utopie die uns zeigt was selbstverständlich sein sollte:
jeder gehört dazu Diese Erkenntnis ist wie alle  wichtigen Dinge Banal, aber: Wie wollen wir  denn miteinander leben? Im Grunde ist es völlig unerheblich um welche Randgruppe, Problematik oder Gesellschaft es geht:
Jede Gesellschaft definiert Regeln und Formen des Umgangs miteinander. Einzelne Menschen und Subgesellschaften laufen Gefahr durch diese Ordnung sanktioniert zu werden, sollte ihr Verhalten oder Wesen dieser zuwider laufen. Meist scheuen Wir den geringen Mehraufwand den es kosten würde sich mit z.B. einem geistig Behinderten, einem Gehörlosen oder als irgendwie  anders empfundenen Menschen auseinanderzusetzen, um einen Konsens herbeizuführen. 
Stattdessen : wohlmeinende Separierung, Hilfe, Ausgrenzung, Ignoranz und Sanktionen.
Die Reaktion der Betroffenen ist erwartbar: Bestenfalls arrangieren sie sich, oder sie resignieren, die Situation ist meist unbefriedigend.
Die Kunst ist ein Mittel dem zu begegnen
Die Kunstwerkstatt möchte die interessierten Menschen vor allem an zwei Dinge heranführen:
Ich kann mich auch anders mitteilen, ich kann an vielen Dingen aktiv teilhaben. Wir vermitteln Möglichkeiten, sich anders wahrzunehmen und wahrgenommen zu werden! Dazu haben wir die Workshops entwickelt, die noch einen Schritt weiter gehen:
In unserem Workshop wollen wir die Erlebniswelten ein wenig auf den Kopf stellen um das Kennenlernen ab von den Stereotypen zu gestalten.
Der Lernbehinderte als Anleiter mit dem der interessierte Mitmensch eine ebenso simple wie gestalterisch reizvolle Drucktechnik kennenlernen kann.
Wir bieten die Gelegenheit durch das miteinander gestalten einander besser und auch einmal anders wahrzunehmen, sich auszutauschen: Eine konkretere Vorstellung  zu bekommen, wer ist denn mein Gegenüber eigentlich?
Denn noch immer leben viele in einer parallelen Lebenswelt, mit vordefinierten Themen und Lebensbereichen.
Der Inklusionsgedanke ist vor allem eine Idee verankert in Konventionen und Absichtserklärungen, aber in der Realität berühren sich die Welten kaum.
Dies wollen wir ändern.

 

 

Was ist nun aber Kunst und wer ist ein Künstler?
Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit die auf Wissen, Übung ,Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist und nicht eindeutig durch Funktion festgelegt ist. Es ist ein kreativer Prozess an dessen Ende ein Kunstwerk steht.
Ein Künstler wäre demnach ein Mensch, der den Willen hat sich über einen Zweck- und Funktionsbestimmtes Maß hinaus auszudrücken und mitteilen zu wollen.
Dies ist bei vielen der interessierten und beteiligten Klienten der Fall.
Das alleine macht aber keinen Künstler aus. Er muss sich Techniken und Fertigkeiten aneignen um die Mittel zu haben sich auszudrücken.
Und er muß sich austauschen können. Themen und Inspiration werden gemeinsam gesucht und ergründet.
Die Kunstwerkstatt möchte Menschen gezielt fördern und aus den provisorischen, isolierten und unterfinanzierten Lösungen befreien.

 


Chronik
1999 hatten wir unsere erste Ausstellung im Kulturzentrum Jo-Jo in Mitte.
Seit dem selben Jahr nehmen wir regelmäßig an der "Ermutigung" in Fürstenwalde teil, zuletzt 2015.
2000/2001 Gestaltung Karneval der Kulturen
2001 waren wir in der Biennale Frankfurt/Oder vertreten.
2003 eröffneten wir eine Ausstellung in den Räumen der Oberfinanzdirektion Berlin.
2008 Ausstellung "Sichtweisen", sowie Beteiligung an einer Ausstellung des Kunstforums. 
Letztere ist für uns von besonderer Bedeutung, da die Künstler (3) durch eine Jury bewertet wurden und die Tatsache, dass es sich um Menschen mit Behinderungen handelte, unbekannt war. Unter 267 Einsendungen wurden 50 ausgewählt.
2009 Einzelausstellung Fachhochschule Rheinbach.
2010 Teilnahme am Karneval der Kulturen in Kooperation mit den Wasserwerken Berlin.
Ausstellung im Café Bethesta. Beteiligung an der Werkschau der Kunstgruppen der Lebenshilfe Berlin anlässlich des 50 jährigen Jubiläums in der Galerie Art-cru
2011 Teilnahme an einem Buchprojekt der Fotografin Jo Goertz
Teilnahme an dem Internationalen Workshop "Inbetween- out in Randers / Dänemark und Berlin
2012 Inklusiver Workshop mit Mitarbeitern der Deutschen Bank 
Pfingsten: Regelmäßige Teilnahme am Karneval der Kulturen
Regelmäßige Teilnahme an der Ermutigung in Fürstenwalde
Workshop im Rahmen des Wasserfestes der Wasserbetriebe Berlin
2013 Teilnahme Nacht und Nebel in Neukölln
2014 Workshop zum Inklusionstag der Aktion mensch
Werkschau im Kunst und Aktionshaus Schillerpalais
2015 Art of conflict, Teilnahme an Ausstellung in London, Buchillustration
Kooperation für eine inklusive Galeriearbeit im Schillerpalais
Führungskräfte Workshop mit der Diakonie
2015/16 Mitinitiator des Projektes Neue Perspektiven gewinnen 
Folgeprojekte der Kunstwerkstatt mit dem Deutschen Historischen Museum (Texte und Führung in leichter Sprache, Berlinische Galerie Peer-Konzept für Führungen, Schulungen von Guides und Museumspädagogischen Personal in der Stiftung Deutsche Geschichte, Projektarbeit mit Bauhaus Museum, Film und Fernsehmuseum.
Workshop mit polnischen Pädagogen
Für 2017 geplant:
weitere Buchillustration, Ausstellung in Berlin , Ausbau der Kulturaktivitäten.